80er Heicha "Lao Liubao", aus Wuzhou, Guangxi, China
Artikelnummer: 6118
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Beschreibung
Guangxi-Lagerung, dann 20 Jahre Kunminglagerung
Liubao (oder Liu Bao) aus der Provinz Guangxi gehört zu den Dark Teas. Für den Tee wird Blattmaterial unterschiedlicher Kultivare verwendet, die sich u.a. hinsichtlich der Blattgröße unterscheiden. Spuren seiner Herstellung lassen sich bis in die Tang-Dynastie (618-907) zurückverfolgen. Seine Bewertung im Laufe der Zeit unterlag allerdings deutlichen Schwankungen: Während der Qing-Dynastie (1644-1912) galt er als einer der teuersten Tees und war damit den wohlhabenderen Schichten vorbehalten. Später wurde er zum Getränk der Minenarbeiter. In jüngster Zeit haben vor allem die Bewohner Hong Kongs den Tee für sich entdeckt, und generell erfreut er sich in China wachsender Beliebtheit.
Obwohl sowohl Shu Pu-Erh als auch Liubao zu den postfermentierten Tees gehören, unterscheiden sich ihre Herstellungsverfahren deutlich. Das hängt nicht zuletzt mit den angestrebten Zielen zusammen: Beim Shu Pu-Erh wird in der Regel der Geschmack eines gelagerten Sheng Pu-Erh nachgeahmt, was oft auf Schnelligkeit abzielt. Beim Liubao hingegen geht es um die Entwicklung eines einzigartigen Profils, das auf uralten Traditionen basiert und eine langsame Reifung erfordert.
Das zeigt sich bereits im Herstellungsprozess: Die – meist vollständige – Fermentation beim Shu Pu-Erh dauert in der Regel 45 bis 90 Tage bei hohen Temperaturen von etwa 70 °C. Danach wird der Tee getrocknet, gepresst und ist meist sofort genussbereit. Beim Liubao erfolgt die unvollständige Fermentation bei 40 bis 60 °C und geringerer Feuchtigkeit bis zu einem Jahr. Anschließend wird er erneut gerollt, getrocknet, gedämpft, in Bambuskörbe gepresst und lange gelagert, um eine charakteristische Kellernote zu entwickeln. Die Lagerung ist integraler Bestandteil der Herstellung, weshalb Liubao ein gewisses Mindestalter aufweisen sollte.
Unser 1980er Liubao (wirkt sahnig, doch diese Cremigkeit hat etwas Leichtes, fast Luftiges – wie der Schaum eines Cappuccinos. Die Süße der Aufgüsse erinnert an Schokolade, während die Dichte Assoziationen zu cremigem Reisbrei weckt. Die zarte Holznote erfordert Aufmerksamkeit, um sie wahrzunehmen. Der Tee gleitet seidenweich die Kehle hinunter. Wir spüren die Wärme im Bauch, fühlen uns wohlig und behaglich, doch in der Kehle verbleibt eine leichte Kühle. Nach einem herzhaften Essen ist er wie ein passendes Dessert. Der Nachgeschmack hält lange an. Wir genießen elf Aufgüsse.
Wer andere Liubao-Tees bereits kennt, könnte die typische Kellernote vermissen: Dieser Tee hat zwanzig Jahre lang keinen Keller gesehen, stattdessen wurde er durch die Kunming-Lagerung geprägt. Dadurch ist er hochgradig spezifisch, klar und rein.
Wir bevorzugen Liubao abends, etwa nach einem üppigen Essen: Wir schätzen die sanfte Art des Tees und seine Wärme. Die Zubereitung wird zu einem Ritual der Entspannung, das uns zur Ruhe kommen lässt.
Die Zubereitung ist unkompliziert: Wir verwenden 5 g Tee pro 110 ml Wasser bei 100 °C nach der Gong-Fu-Cha-Methode. Das bedeutet kurze Ziehzeiten von nur wenigen Sekunden zu Beginn, die wir bei Bedarf anpassen – verlängern oder verkürzen –, um die gewünschte Stärke zu erzielen. Bitte die Tees wegen der langen Lagerungszeit vorher zweimal waschen.







